Heimatverein Pätz e.V.

Zempern in Pätz

Eine liebgewonnene Tradition seit vielen Jahrzehnten

Am 21. Februar 2026 um 9 Uhr bei winterlichen 2°C trafen sich wie in jedem Jahr die Kapelle und die Zemperer vor dem „Lindenhof“. Claudia bediente für die ganz Durstigen bereits den Zapfhahn. In diesem Jahr setzte sich die lustig-bunte Truppe aus über 50 „Mitläufern“ aller Altersgruppen zusammen. Die Jüngsten und auch diejenigen, die nicht am Stück so lange laufen konnten, hatten die Möglichkeit, zwischendurch auf dem Trekker-Hänger mitzufahren. Diesen hatte Jürgen Bergter (+2014) vor 14 Jahren für die Kinder genau zu diesem Zweck gebaut. Sehr gefreut hat es uns, dass schon einige Neu-Pätzer dabei waren. Ihr Engagement zeigt, dass sie in unserem Dorf nicht nur wohnen, sondern auch leben möchten. Mit einigen von ihnen mussten wir uns sogar erstmal bekanntmachen. Auch Wolfgang Purann war wieder mit von der Partie und rückte uns beim Gruppenbild vor dem „Lindenhof“ ins rechte Licht. Vielen Dank dafür, denn dieses traditionelle Auftaktfoto vor der letzten Pätzer Gaststätte wird es in Zukunft nicht mehr geben. Zum 1. August 2026 muss Claudia den „Lindenhof“ leider schließen.

Nun zogen wir mit Musik und Tanz durch das Dorf. Am Vormittag klingelten wir, wie üblich, an den Gehöften in Pätz-City. Viele Pätzer machten ihre Tore auf, nahmen die Aufforderung zum Tanz gern an und fütterten unsere Spendenbüchsen. Zu guter Letzt gab es noch ein Schnäpschen. In der Weinbergstraße wurden wir wie in jedem Jahr mit Obstler, Kaffee und Schmalzgebäck verwöhnt. Auf die obligatorischen Schmalzstullen von Roberto mussten wir, obwohl er weggezogen ist, nicht verzichten. Er hatte den neuen Besitzern seines Grundstückes aufgetragen, diesen Brauch weiterzuführen. Und sie hielten sich daran! Unsere Runde führte uns nun in die Neubrücker Straße, wo, auch das ist seit mehr als 10 Jahren Tradition, am Friedhof ein Ständchen für all die Zemperer gespielt wird, die leider nicht mehr mitkommen können.

Danach näherten wir uns schon der Feuerwehr, an der wie immer kurz vor der Mittagspause ein Halbzeit-Gruppenfoto gemacht wurde. Unsere „Futterfeen“ hatten im Schrobsdorff-Haus wieder ein tolles Buffet gezaubert, das keine Wünsche offenließ. Die Pause hier ist nach fast vier Stunden Zempern immer die Rettung. Nach dem einstündigen Boxenstopp waren die Füße ausgeruht, die Mägen beruhigt und überflüssiger Ballast abgeworfen, so dass eine fast frische Truppe den Weg Richtung Siedlung einschlagen konnte. Hier wartete man ja auch schon auf uns! Zum Kaffee gab es in der Goethestraße das Schmalzgebäck, auf das sich alteingesessene Zemperer schon ab der Mittagspause freuen. Unsere letzte Runde führte uns zum Bonava-Viertel. Leider waren viele Familien unterwegs, was am Samstagnachmittag ja auch nicht ungewöhnlich ist. Gegen 16.30 Uhr trafen wir dann wieder an unserem Ausgangspunkt vom Morgen ein. Abends nach einer kurzen Rekonvaleszenz versammelten wir uns noch einmal im „Lindenhof“ um den Tag mit Tanz und Claudias leckerem Essen in netter Gesellschaft ausklingen zu lassen. Es machte schon etwas wehmütig, denn auch das war das letzte Mal After-Zemper-Feier an diesem Ort. Aber wir wären nicht Pätzer, wenn wir für 2027 keine Alternative finden würden. Der Termin fürs Zempern steht bereits jetzt fest: am 20. Februar 2027 holen wir wieder die Kostüme heraus und sammeln Spenden für die Veranstaltungen des Heimatvereins Pätz e.V..

Britta Bergter (HV Pätz e.V.)

Fotos: Wolfgang Purann